Pflege von Blankwaffen

Die Blankwaffen von Supreme Replicas sind das Produkt höchster Schmiedekunst, von Hand aus 1065er-1095er Karbonstahl gefertigt. Sie weisen eine optimale Härte-Flexibilitäts-Balance auf, was mit rostfreiem Stahl nicht möglich ist, und sind – in geschliffenem Zustand – absolut Schnitttest tauglich. Für deren langjährige makellose Erscheinung ist eine sachkundige Schwertpflege unerlässlich, anderenfalls drohen Rostspuren und Abstumpfung – allein durch Berührung oder den bloßen Kontakt mit Sauerstoff. Zur dauerhaften Erhaltung der Funktionalität und Ästhetik Ihres Schwertes gilt es deshalb, folgende Pflegehinweise zu beachten:

  • Vermeiden Sie möglichst, die Klinge mit den Händen zu berühren! Körperfett besitzt aggressive Bestandteile, die mit dem Stahl reagieren.
  • Lagern Sie Ihr Schwert unbedingt trocken und optimalerweise bei gleichmäßiger Temperatur! Temperaturschwankungen können den Stahl anlaufen lassen.
  • Bewahren Sie Ihr Schwert nicht dauerhaft in einer Lederscheide auf! Die Imprägnierung greift das Metall an und zusätzlich kann das saugfähige Leder Feuchtigkeit einschließen, was Fleckenbildung verursacht.
  • Reinigen und ölen Sie Ihr Schwert nach jedem Üben! Dies beseitigt Spuren und schützt vor Flugrost.

Die übliche Reinigungsprozedur vollzieht sich in zwei Schritten

1.) Zunächst werden grobe Verunreinigungen mit sauberen Tüchern behandelt. Hierzu eignen sich handelsübliche Küchenrollen, parfümfreie Taschentücher oder Mikrofasertücher. Nuguigami, das spezielle japanische Reinigungspapier für Katana-Schwerter, wird zwar vielfach empfohlen, ist aber nicht zwingend notwendig. Handelt es sich um stärkere Verschmutzungen, können Sie eine Metallpolitur hinzufügen (z.B. Elsterglanz) – allerdings sollte es sich dabei nicht um eine Politur für Edelstahl handeln! Wenn Sie ein scharf geschliffenes Schwert behandeln, achten Sie unbedingt darauf, die Schneiden vom Körper und der Handinnenfläche weg zu halten und ziehen Sie das Tuch in Richtung Spitze ab. Wiederholen Sie diesen Vorgang bei Bedarf und reinigen Sie die Stahlteile des Griffs in gleicher Weise.

Blankwaffenpflege - Fingerabdrücke auf KlingeBlankwaffenpflege - Polieren mit MikrofasertuchBlankwaffenpflege - Polieren der Montierung

2.) Nun nehmen Sie ein neues Tuch, geben etwas Öl darauf und verfahren wie im vorangegangenen Schritt. Für die Pflege und Reinigung von Blankwaffen hat sich hochwertiges Waffenöl (z.B. das Multifunktionsöl WD-40) bewährt. Natürlich kann man auch auf reines Kamelienöl oder Japanisches Nelkenöl zurückgreifen (wie hauptsächlich von Anhängern der asiatischen Schwertkunst empfohlen), dies ist aber kostenintensiv. Auf keinen Fall sollten andere ätherische Öle, Pflanzenfette oder Maschinenöle verwendet werden, da sie unter anderem Bestandteile wie Ammoniak enthalten können, die den Stahl angreifen. Bei einer korrekten Dosierung des Öls ist die Klinge durchgehend mit einem dünnen Ölfilm bedeckt, ohne dass es zur Tropfenbildung kommt. Anderenfalls könnte das saugfähige Leder der Scheide überschüssiges Öl aufnehmen und zur Fleckenbildung an Klinge und Scheide führen. Aus genau diesem Grund sollte ein Schwert ebenfalls nicht dauerhaft in einer Lederscheide aufbewahrt werden. Diesen Vorgang sollten Sie nach jeder Verunreinigung wiederholen, möglichst aber etwa alle vier Wochen.

Blankwaffenpflege - RoststellenBlankwaffenpflege - Paste mit Handtuch gut einreibenBlankwaffenpflege - Stelle mit neuem Tuch polieren

Für eine längere Lagerung bei Nichtbenutzung empfiehlt es sich, das Schwert zu „konservieren“. Nehmen Sie hierfür handelsübliche Vaseline oder Waffenfett und tragen Sie auf alle Stahlteile eine dünne Schicht auf. Anschließend legen Sie die Blankwaffe in Tücher ein oder umwickeln sie einfach mit Plastikfolie (z.B. Frischhaltefolie). Ihr Schwert ist so dauerhaft vor Rostbildung geschützt.

Blankwaffenpflege - Schwert mit Öl einsprühenBlankwaffenpflege - mit sauberem Tuch polierenBlankwaffenpflege - alle Stahlteile mit dünnem Ölfilm bedecken

Beheben von Gebrauchsspuren

Kratzer

Benutzen Sie eine geschärfte Blankwaffe zum Schneiden unterschiedlicher Materialien – zum Beispiel bei Schnitttests -, dann sind stärkere Gebrauchsspuren wie Kratzer an der Klinge unvermeidlich. Doch auch diese können mit wenigen Materialien aus dem Baumarkt einfach und effektiv selbst behoben werden. Alles, was Sie dazu brauchen ist:

  • Metallpolitur (siehe oben)
  • eine Auswahl groben, mittleren und feinen Schleifpapiers für Metalle (schon bei 1.000er Körnung erreicht man bei sachgemäßer Anwendung eine spiegelnde Oberfläche, Körnungen sind sogar bis zu einer Stärke von 12.000 erhältlich)
  • ein Mikrofasertuch

Zunächst einmal legen Sie Ihr Schwert auf eine flache, glatte Unterlage und nehmen das gröbere Schleifpapier zur Hand. Führen Sie es mit mittlerem Druck in langen, geraden Zügen von der Montur zur Schwertspitze und zurück, jedoch niemals in kreisenden Bewegungen! Wiederholen Sie dies auf der anderen Klingenseite und arbeiten Sie besonders an den Schneiden mit äußerster Vorsicht, um nicht die Geometrie der Klinge zu beschädigen und um Verletzungen zu vermeiden! Die meisten Handverletzungen von Blankwaffenbesitzern geschehen beim Reinigungsprozess! Es werden sich beim ersten Schmirgeln zunächst feine Längsrillen bilden, die jedoch keinen Anlass zur Sorge darstellen, da sie bei korrekter Anwendung im weiteren Arbeitsverlauf wieder verschwinden. Führen Sie weitere Durchgänge mit immer feinerem Schleifpapier durch, bis Sie eine spiegelnde Oberfläche erhalten.

Nehmen Sie nun ein Tuch und tragen Sie die Metallpolitur in dem gleichen Verfahren auf. Üben Sie diesmal jedoch möglichst starken Druck aus und geben Sie dabei umso mehr acht auf Ihre Hände! Nach nicht einmal einer halben Stunde Arbeit erstrahlt Ihre Blankwaffe in neuem Glanz.

Scharten

Wenn die Schneide Ihrer geschärften Blankwaffe abstumpft oder Scharten aufweist, sollte sie nur mit der nötigen Fachkenntnis, Sorgfalt und der entsprechenden technischen Ausrüstung selbst geschliffen werden. Wenn Sie diesen Weg wählen, bearbeiten Sie das Schwert nur per Hand. Ein maschinelles Schleifen sollte grundsätzlich nur von ausgebildeten Schmieden und Werkzeugmechanikern mit Spezialisierung auf Schwertrepliken vorgenommen werden! Andernfalls kann die entstehende Hitzeentwicklung die empfindliche Härte-Flexibilitäts-Balance der Klinge ruinieren.