ArchäoTechnica: Kunst- und Handwerkstechniken des 17. Jahrhunderts

Ein Wochenende auf den Spuren des handwerklichen Alltags

Vor 375 Jahren, genauer, am 04. Oktober 1636 besiegte ein schwedisch-schottisches Heer die zahlenmäßig stark überlegene Streitmacht der Kaiserlichen und der Sachsen in der Nähe der brandenburgischen Stadt Wittstock. In Kooperation des Archäologischen Landesmuseums Brandenburg mit dem Museum des Dreißigjährigen Krieges wird vor Ort das offizielle Gedenkjahr dieser Schlacht zelebriert. Viele Events und Veranstaltungen drehen sich um die “Schlacht von Wittstock”, insbesondere auch in und um das historische Paulikloster in Brandenburg/Havel.

Doch Geschichte ist weit mehr als die Aneinanderreihung von Kriegen und Königen, von Intrigen und Herrschaft – das wissen auch die Initiatoren dieses Gedenkjahres und beleuchten daher in gleichem Maße das Wirken und Werden der einfachen Leute, der Arbeiter, Handwerker und des Bürgertums. Mit dem Titel der zweitägigen Ereignisausstellung “ArchäoTechnica – Kunst- und Handwerkstechniken des 17. Jahrhunderts” ist auch bereits ihr Inhalt recht klar umrissen. Der Fokus liegt auf dem Handwerk, der historischen Betrachtung praktischen Schaffens, und wird an diesem Wochenende von zwei profilierten Reenactment-Gruppen anschaulich vorgeführt. Nun mag man natürlich einwenden, Handwerkskunst vergangener Jahrhunderte bekäme man auch auf jedem x-beliebigen Mittelaltermarkt mehr schlecht als recht feilgeboten. Dabei darf man jedoch nicht vergessen, dass es sich hierbei um eine museale Veranstaltung handelt, die wissenschaftlich fundiert die Erkenntnisse aus Geschichtsforschung und Archäologie vermitteln will und somit den historischen Vorbildern sehr viel näher kommt.

AchäoTechnica findet am 27. und 28. August im Brandenburger Paulikloster statt, in dessen Garten die Gruppen “Hortus Bellicus” und “Horns Grünes Leibregiment 1632” ihr Lager aufbauen. Hier bekommt man die Möglichkeit, anhand von Zelten, Mobiliar und Kleidung, die Alltagskultur der Soldaten und des Trosses im Dreißigjährigen Krieg kennenzulernen. Weitere Einblicke liefert ein Waffenschmied, der historische Blankwaffen mit zeitgenössische Mitteln nachbaut und Besucher in die Handhabung beispielsweise eines Langspießes einweist, sowie ein Feldscher, also Lagerarzt. An einem authentischen Nachbau einer Münzpresse wird die Münzprägung im 17. Jahrhundert demonstriert, ein Kürschner verwandelt Felle in Pelze und die Schneiderin Birgit Enkirch führt authentische, nach zeitgenössischen Modellen gefertigte Kleidung vor und erklärt Materialien und Nähtechniken jener Zeit. Noch näher ins Detail gehen die holländische Haubenmacherin Helga Schumann sowie Alexander Schmidt, der an einem originalen Webstuhl die Textilherstellung und Färberei erläutert. Selbst ein Dudelsackbauer ist vor Ort.

Alles in allem mag die ArchäoTechnica keine besonders große Ausstellung sein, dafür jedoch eine, die uns sehr gewissenhaft und mit Liebe fürs Detail die Dinge näherbringt, die wir bei Supreme Replicas besonders schätzen: Historische Gewandungen und Blankwaffen.

ArchäoTechnica

Kunst- und Handwerkstechniken des 17. Jahrhunderts

Datum
27. & 28.08.2011, 10:00 bis 17:00 Uhr

Eintritt
5,- €, ermäßigt 3,50 €
Familien 10,- €
Kinder unter 10 Jahren frei

Adresse
Archäologisches Landesmuseum Brandenburg
Neustädtische Heidestraße 28
14776 Brandenburg

Mehr Infos
ArchäoTechnica – Ausstellungsflyer
Flyer zum Gedenkjahr “375 Jahre Schlacht bei Wittstock”